
Das Wichtigste in Kürze
- Der erste Blick gilt der Punze – Zahlen wie 333, 585 oder 750 weisen auf Gold hin.
- Magnet- und Farbtests können Fälschungen entlarven, aber echtes Gold nicht beweisen.
- Zuverlässig sind Dichtemessung, die Strichprobe mit Prüfsäuren und professionelle Messgeräte.
- Punzen lassen sich fälschen – im Zweifel lohnt sich die kostenlose Prüfung beim Fachhändler.
1. Die Punze: Der wichtigste erste Hinweis
Fast jedes Goldschmuckstück aus Europa trägt eine eingeschlagene Zahl, die den Feingehalt angibt: 333, 375, 585, 750, 916 oder 999. Bei Ringen finden Sie sie innen, bei Ketten am Verschluss oder auf einem kleinen Plättchen.
Vorsicht bei Stempeln wie GP, GF, RGP, HGE, Doublé oder „vergoldet“: Sie bedeuten, dass nur eine dünne Goldschicht auf einem anderen Metall liegt. Eine Übersicht aller wichtigen Stempel finden Sie in unserem Beitrag Punzen auf Goldschmuck.
Aussagekraft: hoch, aber nicht absolut – Punzen können gefälscht oder bei Reparaturen verloren gegangen sein.
2. Der Magnettest
Gold ist nicht magnetisch. Halten Sie einen starken Magneten (z. B. einen Neodym-Magneten) an das Stück. Zieht er es deutlich an, besteht es überwiegend aus Eisen, Nickel oder Stahl.
Aussagekraft: gering. Viele Fälschungen bestehen aus nicht magnetischen Metallen wie Messing oder Kupfer. Leicht magnetische Verschlüsse oder Federn sind außerdem normal.
3. Farbe und Abrieb
Vergoldete Stücke zeigen oft an stark beanspruchten Stellen – Kanten, Verschlüssen, Ringinnenseiten – eine andere Farbe darunter. Grünliche oder dunkle Verfärbungen der Haut können auf unedle Metalle hindeuten.
Aussagekraft: mittel – gut, um vergoldete Stücke zu entdecken, aber ungeeignet, um den Feingehalt zu bestimmen.
4. Die Dichte: Physik lügt nicht
Gold ist sehr schwer: Reines Gold hat eine Dichte von 19,3 g/cm³. Die Dichte lässt sich mit einer Feinwaage und einem Wasserglas bestimmen – das Stück wird erst an der Luft und dann hängend im Wasser gewogen. Legierungen haben eine geringere Dichte, 585er Gold je nach Zusammensetzung etwa 13 bis 14 g/cm³.
Aussagekraft: hoch bei massiven Barren und Münzen, schwierig bei kleinen oder hohlen Schmuckstücken und bei Steinbesatz.
5. Die Strichprobe mit Prüfsäure
Die klassische Methode des Fachhandels: Das Stück wird über einen schwarzen Prüfstein gestrichen, der Abrieb dann mit Prüfsäuren für verschiedene Feingehalte betupft. Je nachdem, welche Säure den Strich auflöst, lässt sich der Feingehalt eingrenzen.
Aussagekraft: hoch – wenn sie von geübten Händen durchgeführt wird. Von Säuretests zu Hause raten wir ab: Die Säuren sind ätzend, und falsche Anwendung beschädigt den Schmuck.
6. Professionelle Messgeräte
Viele Edelmetallhändler und Scheideanstalten nutzen zusätzlich elektronische Messverfahren wie die Röntgenfluoreszenzanalyse, die die Zusammensetzung zerstörungsfrei bestimmt.
Aussagekraft: sehr hoch.
Unser Rat
Die Tests zu Hause helfen beim Vorsortieren – mehr nicht. Bringen Sie im Zweifel einfach alles mit: Wir prüfen Ihre Stücke kostenlos und vor Ihren Augen, sortieren Gold von Nicht-Gold und erklären Ihnen das Ergebnis. Sie entscheiden danach in Ruhe, ob Sie verkaufen möchten.